Weihnachtsgedichte für die Familie machen aus einem Weihnachtsgruß einen kleinen Text zum Lesen oder Vortragen. Die Reime eignen sich besonders dann, wenn Anlass, Empfänger und gewünschte Stimmung stärker berücksichtigt werden sollen als bei einer allgemeinen Grußformel. Diese Weihnachtsgedichte erzählen vom Zusammenrücken, von gespannter Erwartung und von der Freude, die Festtage miteinander zu teilen. Die Bescherung wird dabei mit Gedanken über Dankbarkeit und gegenseitige Zuwendung verbunden.
Die beiden Texte passen zu einem persönlichen Vortrag im Familienkreis oder zu einer Karte für gemeinsame Weihnachtstage. Ihr Blick geht über einzelne Geschenke hinaus. Im zweiten Gedicht werden die Kinder ausdrücklich daran erinnert, den Eltern für ihre Mühe zu danken.
Zusammenrücken am Weihnachtsfest
Baum, Haus und Geschenke bilden in diesen Gedichten den vertrauten Rahmen des Weihnachtsfests. Im Mittelpunkt steht jedoch das Beisammensein. Die Verse eignen sich für eine Familie, die neben der Bescherung einen ruhigen Moment für gemeinsame Worte schaffen möchte.
immer Freude und Erwartung zulässt,
ob das Gewünschte im Jutesack sei,
ob für jeden was dabei.
Gelangt der Griff an ein Paket,
bestenfalls ein Name daran steht,
für ungetrübte Weihnachtsfreuden,
um Fehlgeschenke zu vermeiden.
Sonst steht statt Rasierschaum für Papa
er mit einer Puppe da,
statt Parfüm für die liebste Mama
stände sie mit Bausteinen da.
Spannung bleibt, bis der Sack leer
für wartende Anwesende sichtlich schwer,
bis es an das Auspacken geht,
was nun auf dem Gabentisch steht.
Überraschungen sind es allemal,
der Schenkende hatte seine Wahl,
machte sich wochenlang Gedanken dazu,
für die Gabe sei dankbar du.
Weihnachten in Frohsinn und Lieblichkeit
ist des Menschen größte Freud’.
Weihnachten möchte die Vollkommenheit
an Liebe, Dankbarkeit und Zufriedenheit.
© Ute Nathow
das Haus, den Baum in Pracht geschmückt,
wie es zum Weihnachtsfest Tradition
auf Bescherung freut man sich schon.
So mancher überlegt schon seinen Spruch,
genießt derweil weihnachtlichen Geruch
nach Mandeln, Plätzchen oder Lebkuchen,
das lässt vergessen, nach Geschenken zu suchen.
Im letzten Moment wäre das riskant,
lieber warten, ganz gespannt,
in Geduld heißt es jetzt üben,
wird Heiligabend ganz großgeschrieben.
Hier zeigt sich, wer ein Meister ist,
der hat im Ärmel auch eine List
selbst einen kleinen Gang einzulegen,
um zu schauen, wo Weihnachtsmänner sich hinbewegen.
Welcher Weihnachtsmann findet euer Haus,
dick bepackt, sehen sie alle aus,
die kreuz und quer ihr Säckchen tragen,
weit weg kann sich keiner von zu Hause wagen.
Es dunkelt schon, nun schnell nach Hause,
genug von dieser Frischluftpause,
so es wieder ans Ausharren geht,
ob der Geschenke-Sack schon da steht?
Ja, der Geschenke-Sack hat es wieder geschafft,
steht in der Stube ganz gestrafft
als ob ihm gleich die Jute reißt,
Geschenke für euch zum Heiligabend heißt.
Liebe Kinder, lasst euch sagen,
der Jutesack war schwer zu tragen,
denn Herzenswünsche zu erfüllen,
das ist nicht mit Leichtigkeit zu stillen.
Bedenkt stets diese Mühsamkeit,
teilt und weilt mit reichlich Freud,
die Gabe, dass euer Sack nicht leer,
dankt und herzt die Eltern sehr.
© Ute Nathow
Einen passenden Moment am Weihnachtsabend finden
Das Gedicht kann vor der Bescherung oder nach dem gemeinsamen Essen vorgelesen werden. Eine eigene kurze Einleitung darf sagen, worüber ihr euch in diesem Jahr besonders freut. Wähle einen ruhigen Zeitpunkt, damit die Verse nicht nur zwischen Geschenken und Gesprächen untergehen. Die Weihnachtsverse lassen sich mit wenigen eigenen Worten rahmen, ohne den Gedichttext selbst zu verändern oder zusätzliche Strophen einzubauen.
