Ein Gedicht für Morgenmuffel bietet einen gereimten Zugang zu einem persönlichen Thema, das sich mit einer kurzen Grußformel nur schwer ausdrücken lässt. Die Verse können als kleine Aufmerksamkeit, Kartentext oder persönlicher Vortrag verwendet werden. Mit jeder weiteren Runde auf der Schlummertaste wird die Zeit knapper. Am Ende wartet nicht mehr das warme Bett, sondern ein verspäteter Start bei der Arbeit.
Die sieben Strophen passen als humorvoller Gruß an einen Menschen, der morgens nur langsam in Gang kommt. Die ironische Liebe zum Klingelton und die Kommentare der Kollegen geben der Szene ihre Pointe. Ein Geburtstag oder anderer Festanlass ist dafür nicht erforderlich.
Humorvolle Verse für einen Morgenmuffel
am frühen Morgen sowieso,
erweckst mich zum beginnenden Tag,
an dem ich gar nicht aufstehen mag.
Auf das Schlummern wird gedrückt,
damit er mich ein zweites Mal beglückt.
Entriss er mich doch meiner Träume
will nicht glauben an nur Schäume.
Verfallen in das letzte Bild,
klingelt’s das zweite Mal schon wild.
‚Was steht an, was muss ich tun,
ach, lass mich noch ein Weilchen ruhn‘.
Wo ist denn nun der Traum schon wieder,
schlupfen meine Augen nieder.
Ich suche dort und knüpfe an
und finde neues schönes dann.
Plötzlich ist der Klingelton laut,
dich vollends aus dem Traume haut.
Was ist bloß los, wo bin ich denn,
musst schnellstens aus dem Bette renn.
So spät war es doch eben noch nicht,
losgegangen ist die Schicht,
verklebt das Auge, dick das Lid,
es dir wohl ganz recht geschieht.
Ganz abgehetzt und völlig schlaftrunken,
hörst du schon die Kollegen unken,
schönen Traum gehabt, man sieht’s dir an,
dafür hängst du eine Stunde ran.
© Ute Nathow
Den Wecker im Vortrag mitspielen lassen
Beginne ruhig und verträumt und werde erst beim plötzlichen Blick auf die Uhr schneller. So entsteht der Wechsel zwischen Schlaf und Hektik auch beim Zuhören. Auf einer Karte kann eine eigene Guten-Morgen-Zeile den Anlass herstellen, ohne die Geschichte vorwegzunehmen. Für Karte oder Nachricht genügt oft ein eigener Satz zum Anlass, bevor die Verse folgen; dadurch bleibt der Text persönlich und zugleich gut lesbar.
