Gedichte für einen Handy-Gutschein machen aus einem Gutschein eine persönlichere Geschenkidee, weil Anlass und Überraschung schon in Versform aufgegriffen werden. Für Karte, Gutscheinumschlag oder das Vorlesen bei der Übergabe bieten sich die Reime als individueller Gutscheintext an. Die Gedichte dieser Seite greifen die Ungeduld vor dem Geschenk und die Freude über die bevorstehende Auswahl auf. Sie richten sich in ihrer Ansprache an ein Kind oder einen jungen Menschen.
Die drei Fassungen unterscheiden sich in Sprecherrolle und Ton. Ein Gedicht kommt ausdrücklich von den Eltern, ein zweites blickt auf das Heranwachsen, ein drittes formuliert besonders knapp und umgangssprachlich. Wähle die Sprache, die zu eurer Beziehung und zur tatsächlichen Geschenkidee passt.
Ein Handygeschenk von den Eltern
Dieses Gedicht spricht aus der Perspektive der Mutter und nennt den Vater als Mitschenkenden. Es nimmt frühere Versprechen humorvoll auf und überlässt die Auswahl des Handys dem beschenkten Kind.
immer nur Versprechen „bald gibts das Handy“.
Vom Halten sahst du keine Spur
hinten angestellt in einer Tour.
Du glaubtest, wir hätten taube Ohren,
ohne Handy wärst du verloren,
keine aktuellen News wie alle,
du sitzt verloren in der Elternfalle.
Heute schnappt die Falle zu,
dein Quengeln findet endlich Ruh,
sieh, was auf dem Gutschein steht,
in deinem Herzen gleich die Sonne aufgeht.
Unsere Botschaft ist keine Datenflut,
sondern handgeschriebenes Gedankengut,
welches dem Schmoren ein Ende setzt,
versprochen, das Gute kommt immer zuletzt.
Nun sag noch mal, wir wären nicht trendy,
hältst in den Händen ein Gutschein fürs Handy,
nun löse ein, welches du im Visier,
es ist ein Geschenk von Papa und mir.
© Ute Nathow
Ein lang ersehnter Wunsch wird wahr
Die zweite Fassung verbindet den Handywunsch mit dem Größerwerden. Sie beschreibt die Vorfreude auf ein eigenes Gerät, ohne ein bestimmtes Modell zu nennen. Die konkreten Absprachen zum Geschenk bleiben außerhalb der Verse.
längst auch die Zeit mit Babybrei,
ich blicke der Tatsache ins Gesicht,
ohne Handy geht es nicht.
Vorbei die Zeit als Trauerkloß,
da werden deine Augen groß.
So verbindet uns auch Vertrauenssache,
weil dir keine Vorschriften mache.
Kostenkontrolle als Herausforderung
bringt deine Mathematik neu in Schwung,
wenn du mit Freunden plauderst oder simst,
du es dir zu Herzen nimmst.
‚Call me‘ soll dein Slogan sein,
immer Empfang und Sonnenschein,
kein Funkloch soll die Freude trüben,
jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim Üben.
© Ute Nathow
Eine kompakte, umgangssprachliche Fassung
Die kurze dritte Fassung verwendet bewusst saloppe Sprache und nimmt auf Handyunterhaltung Bezug. Ihr Ton ist deutlich lockerer als in den anderen Gedichten. Sie passt nur, wenn diese Ausdrucksweise in der persönlichen Karte willkommen ist.
Wenn es bimmelt und auch singt
und bei TikTok schön bunt blinkt,
dann ist die Kinderwelt intakt,
wenn das Handy dabei nicht abkackt.
Dafür muss jetzt ein neues her,
du bemühst dich darum sehr,
um wieder im Gespräch zu sein,
deshalb lade dich zum Handy-Shopping ein.
© Ute Nathow
Den Gutschein und die Absprachen getrennt erläutern
Schreibe klar dazu, welcher Betrag oder welche Auswahl zum Geschenk gehört und was ihr noch gemeinsam entscheiden möchtet. Regeln oder technische Fragen sollten nicht zwischen die Strophen geraten. Das Gedicht kann die Freude an der Überraschung tragen, während ein eigener Absatz Klarheit schafft. Soll der Gutschein vorgelesen werden, wirkt eine knappe Einleitung zum gemeinsamen Anlass oft natürlicher als Änderungen innerhalb der Reime.
